Versuchte Entwaffnung der Nationalgarde

Gastbeitrag von Manfred Meyer

Foto Artilleriepark der Pariser Nationalgarde auf dm Monmatre, März 1871
Bild aus der Sammlung von Manfred Meyer

Das »Kaiserreich klappte zusammen wie ein Kartenhaus, die Republik wurde wieder proklamiert«, erinnerte sich Friedrich Engels. Der vom preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck provozierte Deutsch-Französische Krieg hatte bereits am 2. September 1870 zur Kapitulation Napoleons III. geführt. Doch die Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen dauerte fort. Am 18. Januar 1871 krönte sich Preußens König im Versailler Schloss selbst zum deutschen Kaiser.

Zwei Tage nach der schmählichen Kapitulation Napoleons III. wird der Kaiser der Franzosen von seinen Untertanen gestürzt, eine Regierung der »Nationalen Verteidigung« bildet sich. Die vereinte konservative sowie kleinbürgerliche Demokraten.

Als nun der Chef der neuen Exekutive, Louis Adolphe Thiers, einen Friedensschluss mit den Deutschen und eine »Zügelung« der über solcherart Unterwerfung empörten Pariser anstrebt, zieht er Volkes Zorn auf sich. Sein Befehl, die sich nicht geschlagen geben wollende Pariser Nationalgarde zu entwaffnen und deren Besoldung einzustellen, bringt das Fass zum Überlaufen. Dem am Morgen des 18. März 1871 versuchten Zugriff von Regierungstruppen auf die Kanonen der Nationalgarde stellen sich Pariser Arbeiter, Handwerker, Kleinbürger entgegen. Einige reguläre Regimenter verbrüdern sich mit der Nationalgarde, die noch am selben Tag die militärische und politische Macht in der Stadt übernimmt.

 

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