Der heldenhafte Verteidigungskampf der Kommune

Der heldenhafte Verteidigungskampf der Kommune

Die militärische Situation der Kommune

Große Teile Frankreichs waren von der deutschen Armee besetzt. Knapp 20 Kilometer von Paris entfernt, in Versailles, sammelte die Konterrevolution militärische Kräfte für den Überfall auf Paris.

Die Kommune hatte keinen Angriff auf Versailles, das „Schlangennest der Konterrevolution“ unternommen. Die Regierung Thiers dagegen bereitete den Bürgerkrieg gegen die Kommune mit Unterstützung Bismarks vor.

In Versailles wurde eine neue, modern ausgerüstete Armee aufgebaut, die von General Mac Mahon befehligt wurde. Er war zu diesem Zweck aus deutscher Kriegsgefangenschaft entlassen worden. Der Aufbau der Armee wurde von der Bank von Frankreich finanziert, deren Beschlagnahme die Kommune versäumt hatte.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982

Gleichzeitig wirkten in Paris konterrevolutionäre Agenten. Ihr Treiben wurde von der Kommune nicht schnell und energisch genug unterbunden. Die Pariser Kommune blieb von ihren Bundesgenossen isoliert. Sie war von den Arbeitern der anderen französischen Städte und von den Bauern durch die Truppen von Thiers und Bismarck abgeschnitten.

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982
Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982

Militärisch waren die Kommunarden den Versailler Truppen von vornherein unterlegen. Noch bevor der Kampf begann, verließen kleinbürgerliche Kräfte die Nationalgarde, die schließlich nur noch 45 000 bis 60 000 Mann zählte.

Die Offensive der Konterrevolution

Am 17 April begann die Offensive der Versailler Truppen. In brutaler Weise beschoss die Artillerie Paris. Ganze Stadtviertel sanken in Trümmer. Die militärische Ausrüstung der Kommunarden war unzureichend.

Die Kommunarden kämpften heldenmütig. Unter dem Oberkommando des polnischen Revolutionärs Jaroslaw Dombrowski schlugen sie viele Angriffe der Konterrevolution zurück.

Eine von Frauen gegen die Versailler Truppen verteidigte Barrikade (Zeitgenössische Darstellung)
Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982

Am 21. Mai durchbrachen die konterrevolutionären Truppen eine schwache Stelle in der Verteidigungslinie der Kommune und drangen in die Stadt ein. Außerdem griffen sie Paris von Norden und Osten durch Stellungen der deutschen Truppen hindurch an.

Trotz des heldenmütigen Widerstands der Kommunarden gelang es den Versailler Truppen durch ihre erdrückende Übermacht, Straße um Straße, Stadtteil um Stadtteil zu erobern.

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982

Die Kommunarden wurden auf immer engerem Raum zusammengedrängt. Am 28. Mai war der Heldenkampf der Kommunarden beendet.

Damit endete die Pariser Kommune 1871.

Der grausame Terror der Konterrevolution

Nach ihrem Sieg über die Kommunarden richtete die Konterrevolution ein furchtbares Blutbad an.

Etwa 30 000 Menschen wurden ermordet. Über 40 000 Kommunarden wurden eingekerkert oder zu Zwangsarbeit verurteilt, die meisten von ihnen gingen an Entbehrungen zugrunde. Die Pariser Schuhindustrie beschäftigte vor dem 18. März 1871 etwa 24 000 Arbeiter. 12 000 von ihnen waren während der Konterrevolution ermordet worden oder mussten das Land verlassen.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982

Am 16. Dezember 1871 wurde die Lehrerin Louise Michel vor das Kriegsgericht geführt, wo gegen sie Anklage erhoben wurde.  Die Kommunardin Michel wurde wie viele andere Kommunarden zur Verbannung verurteilt.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982
Standhaft hören sich Pariser Kommunarden das Urteil an. (Zeitgenössische Darstellung)
Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982

Die Solidarität der internationalen Arbeiterbewegung mit der Kommune

Die Herrschaft der Arbeiterklasse in Paris war „eine tödliche Bedrohung für die alte, auf Knechtschaft und Ausbeutung beruhende Welt“(Lenin). Das verstanden die Ausbeuterklassen aller kapitalistischen Länder. Sie organisierten einen Hass- und Verleumdungsfeldzug, mit dem si die Kommune von der internationalen Arbeiterbewegung zu isolieren und den Menschen Abscheu vor der proletarischen Revolution einzujagen suchten.

Die internationale Arbeiterbewegung bekannte sich stolz zur Pariser Kommune. Die Stellung zur Kommune wurde zum Prüfstein für die Arbeiterbewegung jedes Landes.

An die Spitze der Solidaritätsbewegung stellte sich der Generalrat der I. Internationale. Am 21 März 1871 berichtete Friedrich Engels im Generalrat der I. Internationale über den Ausbruch der Revolution in Paris. Marx selbst stellte Verbindungen zu den Kommunarden her und gab ihnen wichtige Ratschläge.

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982

In vielen Briefen und Zusammenkünften erklärte Marx den Arbeitern den Charakter und die historische Bedeutung der Kommune und rief zur Unterstützung der Kommune auf.

Arbeiter und Revolutionäre aus vielen Ländern eilten den Kommunarden brüderlich zu Hilfe. Polen, Russen, Italiener, Österreicher und Ungarn kämpften Schulter an Schulter mit den Pariser Arbeitern. Im Kampf um Paris gab der Pole Dombrowski sein Leben. Neben ihm erwies sich auch der polnische Revolutionär Walery Wroblewski als ein tapferer und fähiger General der Kommune. Bis zuletzt kämpfend, konnte er dem blutigen Terror entkommen. Er wurde in den Generalrat der I. Internationale als Sekretär für Polen gewählt, ebenso Leo Frankel, der später Mitbegründer der Ungarischen Sozialistischen Partei wurde.

In den USA und vielen Ländern Europas führten die Arbeiter Solidaritätsbekundungen für die Pariser Kommune durch. Auch die deutsche Arbeiterklasse solidarisierte sich mit der Pariser Kommune. Schon nach den ersten Nachrichten von der Revolution in Paris fanden Kundgebungen in vielen Orten statt, so unter anderem in Elberfeld-Barmen, Berlin, Hamburg, Bremen, Dresden, Leipzig, Chemnitz, Nürnberg, Hannover, Dortmund und Mainz.

Die Arbeiterpresse berichtete ständig von den Maßnahmen der Kommune und widerlegte die Verleumdungen der herrschenden Klassen, obwohl die Zeitungen deshalb beschlagnahmt und die Redakteure angeklagt wurden.

Nach der blutigen Niederwerfung der Kommune verhalf die Solidarität der internationalen Arbeiterbewegung vielen Kommunarden zur Flucht aus Paris. Als führendes Mitglied des Londoner Flüchtlingskomitees war Karl Marx unermüdlich tätig, um den Kommunarden die Flucht zu ermöglichen und ihnen dann Arbeit und Geld zu verschaffen.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s