Elisabet Dmitrieff und die Union des Femmes

der Text ist leicht geändert von „LINKSWENDE jetzt“

Gastbeitrag von Manfred Meyer

Dmitrieff war in erster Linie eine aktive Agitatorin, die darauf drängte, theoretischen Ansätzen Taten folgen zu lassen.

Nachdem sie sich in Paris mit Arbeiterinnen getroffen hatte, wurden unter ihrer Mithilfe Kantinen und Erstversorgungszentren eröffnet. Weniger als einen Monat später, am 8. April 1871, wurde die Union des femmes pour la défense de Paris et les soins aux blesses gegründet, die von einem demokratisch gewählten Rat aus fünf Frauen mit Dmitrieff als Generalsekretärin geleitet wurde. Die Union rief Frauen in ganz Paris dazu auf, Ableger in ihren Arrondissements zu gründen. Insgesamt schlossen sich rund 2.000 Frauen der Bewegung 

In jedem Ableger der Union waren Rekrutierungskomittees vertreten, die Frauen in die Erstversorgungszentren, in die Kantinen und an die Barrikaden brachten. Ebenso wurde von Dmitrieff’s Truppe in den Pariser Fabriken ein Gleichberechtigungskampf losgetreten: die Frauen, die die Uniformen für die Nationalgarde nähten, wurden zu dieser Zeit schlechter bezahlt, diesem Umstand bot Dmitrieff die Stirn.

Finanziert wurde die Union einerseits durch ihre Mitglieder selbst und andererseits durch die Führung der Kommune. Das Geld wurde dafür verwendet, die Organisatorinnen zu entlohnen, um den armen oder kranken Mitgliedern unter die Arme zu greifen und um Pistolen und Munition für die Frauen zu kaufen.

Dmitrieff und die Frauen der Union sahen den Kapitalismus als ihren primären Feind und sorgten sowohl auf theoretischer als auch auf praktischer Ebene dafür, eine sozialistische Gesellschaft aufzubauen und – wenn nötig mit ihrem eigenen Leben – zu verteidigen und zu erhalten.

Im von Dmitrieff unterzeichneten Manifest der Union wird unter anderem das „Ende allen Wettbewerbs zwischen männlichen und weiblichen Arbeiter_innen“ verlangt, da „ihre Interessen identisch und ihre Solidarität essentiell für den Erfolg des endgültigen, weltweiten Schlags der Arbeiterklasse gegen den Kapitalismus“ sind.

Nach diesem Motto schafften es Dmitrieff und die Union kurz vor dem gewaltsamen Niederschlag der Kommune noch, die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen durchzusetzen.

Nach der „blutigen Woche“, in der Dmitrieff alle Frauen zum aktiven Kampf aufrief und selbst auf der Barrikade in Montmartre stand, floh sie zunächst in die Schweiz, wo sie anderen Revolutionären Schutz bot.

Elisabet Dmitrieff
Bild aus der Sammlung von Manfred Meyer

Bilder aus der Sammlung von Manfred Meyer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s